Willkommen im Hairhood!
Conny Probst ist eine Frohnatur aus Günzburg, die es der Liebe wegen nach Coburg verschlagen hat. Hier hat sie sich vom ersten Tag an so wohl gefühlt, dass sie schnell den Beschluss fasste, einen eigenen Salon zu eröffnen. Die Erfahrung hatte sie im Gepäck, bereits in der schwäbischen Heimat war sie als Friseurmeisterin 17 Jahre Inhaberin eines Geschäfts. Warum in ihrem „Hairhood“ alles ein bisschen anders ist – und ganz neu für Coburg? Warum Naturlocken ihr Spezialgebiet sind? Das beantwortet sie im Gespräch – und verrät außerdem ihren ungewöhnlichen Spitznamen.
Conny, was genau ist eigentlich dein Hairhood?
Macht das denn der Name nicht deutlich? (lacht). Es geht um Haare und um Gemeinschaft, wie in einer Hood eben (lächelt). Okay, zugegeben, da steckt noch ganz viel mehr drin. Hinter dem Namen meines Salons steht ein besonderes Konzept: Im Hairhood gibt es nicht nur Hairstyling und Wohlgefühl von höchster Qualität, sondern ich biete zusätzlich eine Academy an und die Möglichkeit, hier als Friseurinnen und Friseure auch gemeinschaftlich zu arbeiten.
Du möchtest einen Co-Working-Space im Bereich Hairstyling etablieren?
Ja, was in vielen deutschen Großstädten schon ein sehr gut funktionierendes Salonmodell ist, besitzt auch in Coburg seine Berechtigung. Karolina, eine junge Friseurmeisterin, startete schon Ende letzten Jahres ihre berufliche Selbstständigkeit im Hairhood. Wie das genau aussieht? Jede Stylistin, jeder Stylist zahlt Miete für den eigenen Stuhl – und kann ganz individuell arbeiten: mit eigenem Zeitmodell, eigenen Produkten, eigenen Preisen, persönlichem Stil. Und gleichzeitig ist jede und jeder Teil der Gemeinschaft, Teil des Hairhoods.
Das klingt sehr innovativ. Siehst du es als Modell der Zukunft?
Definitiv. Wer seinen Meister macht, kann sich nicht immer einen eigenen Salon leisten – weder von der Investition her noch vom Zeitaufwand. Ein Co-Working-Space bietet flexibles Arbeiten und ein unkompliziertes wirtschaftliches Modell. Und noch so viel mehr: Austausch, Miteinander, gute Stimmung…
Apropos Stimmung: Ende vergangenen Jahres hat bei dir zum Beispiel die Rock&Beer Cut Night speziell für Männer stattgefunden.
Ich habe schon immer Spaß daran gehabt, meine Arbeit mit Leichtigkeit und Freude zu praktizieren, natürlich dabei mit nicht weniger Präzision und Qualität. Ein bisschen Party geht immer, und da sind solche Events einfach etwas, was die Menschen mögen (lächelt), ich lasse mir da gerne immer mal etwas einfallen.
Schnipp schnapp: Bevor die Haare fallen, gibt es bei der erfahrenen Friseurmeisterin Conny immer erst eine individuelle Beratung.
Ich fasse mal zusammen: Hier gibt´s coole Events, Co-Working-Spaces und du hast eingangs auch etwas von einer Academy erzählt?
Zusätzlich zu meiner Arbeit als Dienstleisterin möchte ich meinen Salon gerne als Wissens- und Kompetenzzentrum für Haare und Styling positionieren. Ich habe dafür hier im Hairhood einen extra Schulungsraum geschaffen, in dem ich Workshops anbiete, die von externen renommierten Dozentinnen und Dozenten gehalten werden. Zielgruppe sind dabei in erster Linie Menschen aus der Branche, die sich rund um neue Techniken, Trends und innovative Produkte fortbilden möchten.
Die Verbindung zu anderen Menschen, die Gemeinschaft, liegt dir offensichtlich am Herzen.
Ich glaube, dass gemeinsam so viel mehr geht als einsam. Ich wünsche mir sehr, dass mein Hairhood tagtäglich mit viel Leben erfüllt ist und neue Kontakte entstehen dürfen. Das erste halbe Jahr ist fast rum, ich habe seither schon so viele schöne Begegnungen gehabt (strahlt). Das Interesse an meiner Arbeit und meinem Modell ist da, das Konzept geht auf, auch wenn es sicherlich etwas Zeit braucht, bis es sich überall rumgesprochen hat.
„Coburg hat mich in seinen Bann gezogen“
Du bist recht neu in der Stadt – und wer dir bereits auf Insta folgt, bekommt mit, du mischst schon überall mit.
(lacht) Ich habe mich hier von Anfang an so richtig wohl gefühlt, Coburg hat mich in seinen Bann gezogen. Und weil ich eine kontaktfreudige und interessierte Person bin, habe ich auch schon viele andere Händlerinnen und Händler in der Stadt kennenlernen dürfen. Einerseits durch mein eigenes Engagement, weil ich einfach von Geschäft zu Geschäft gelaufen bin und mich vorgestellt habe – andererseits waren mir die „Stadtmacher“ mit ihren Veranstaltungen dabei sehr behilflich, es war dadurch so viel leichter, sich untereinander kennenzulernen. Echt toll, dass es hier in Coburg so ein gutes Citymanagement gibt! Und wie schön auch, dass ich dich und Senta kennenlernen durfte. Euer schoen.frau-Konzept des Vernetzens und gegenseitigen Unterstützens passt richtig gut zu meiner eigenen Überzeugung, wie Erfolg gelingen kann.
Das freut uns sehr zu hören. Wir erinnern uns noch gerne an die Einladung zu deiner Salon-Eröffnung im Oktober. Schon damals wollte ich dich etwas fragen: Sind deine wunderschönen Locken echt?
Die sind sowas von echt (lacht). Und ich mag sie auch richtig gerne, auch wenn das nicht immer so war. Es hat lange gebraucht, bis ich einen Friseur gefunden habe, der mit meinen Naturlocken klar kam und sie entsprechend geschnitten und gestylt hat – viele wollten sie damals einfach nur glattföhnen. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus habe ich mich selbst zur Lockenspezialistin weitergebildet. Wer also Naturlocken hat, ist im Hairhood genau richtig. Bei mir gibt es einen perfekten Lockenschnitt inklusive ausführlicher Anleitung zur richtigen Pflege und zum unkomplizierten Styling. Nicht umsonst nennen mich meine Freunde in der alten Heimat alle „Lockenlotte“ (lacht wieder herzlich).
Natürlich wohlfühlen und genießen: Conny hat das „Hairhood“ mit viel Holz und Pflanzen eingerichtet, auch beim Verwenden von Produkten denkt sie umweltbewusst.
Worauf legst du bei Pflege- und Stylingprodukten Wert?
Das nachhaltige Konzept der italienischen Marke Davines hat mich überzeugt, sie verwenden in ihrer Herstellung ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe, was die Produkte biologisch abbaubar macht. Ich bin begeistert davon, erst recht nach dem persönlichen Kennenlernen der Produktionsstätte in Parma in diesem Sommer. Dort wird voller Transparenz und mit viel Liebe zum Detail und zur Natur gearbeitet.
Dein Salon wirkt wie ein kleines Paradies, ich spüre bei allem die Liebe zum Detail. Besonders gut gefällt mir auch dein kreatives Logo, wie ist das entstanden?
Diese schöne Umsetzung habe ich Jessica von Grafikgold zu verdanken. Sie hat sofort verstanden, was ich ausdrücken möchte: Willkommen im Hairhood – ganz gleich, welcher Typ du bist und welche Haarstruktur du hast. Wir lieben individuelles Styling – und die Gemeinschaft.
Was tust du eigentlich, um dich selbst zu verwöhnen und Energie zu tanken?
Ich wandere gerne und liebe die Natur, ich bin gerne unterwegs und entdecke – am liebsten gemeinsam mit meinem Mann Heiko – neue (Blick)winkel. Ich habe hier in Coburg und Umgebung schon so viel Schönes kennenlernen dürfen – aber da wartet sicher noch so viel mehr auf mich (strahlt). Besonders gut gefällt mir als Freundin der Berge hier in der Region der Staffelberg, der nicht nur als Ausflugsort eine besondere Bedeutung für mich hat. Ich bin ja der Liebe wegen hierher gezogen, und immer, wenn ich auf der Autobahn von Günzburg kommend den Staffelberg gesehen habe, wusste ich, nun bin ich gleich bei meinem Schatz angekommen.
Welche Rolle spielt eigentlich dein Mann Heiko im „Hairhood“?
Heiko hat mit mir gemeinsam die Immobilie ausgesucht und mich beim Entstehungsprozess unterstützt. Es macht uns Spaß, gemeinsam etwas aufzubauen, und ich kann Heikos Expertise im Bereich Technik und Marketing gut gebrauchen, dank ihm bin ich immer auf dem neuesten Stand. Er ist einfach mein guter Geist. Die Chefin bin zwar ich, aber das Hairhood ist unser gemeinsames Projekt.
Stolz und dankbar für ihren bisherigen Weg: Conny Probst hat in ihrer neuen Heimat Coburg einen besonderen Friseursalon eröffnet, das „Hairhood“ in der Judengasse.
Auf deiner Website schreibst du, zwei Jahrzehnte voller Höhen und Tiefen haben dich geprägt, aber nie gebrochen. Magst du darüber etwas erzählen?
Beruflich war es auf jeden Fall die Pandemie, für uns Friseurinnen und Friseure war die Coronazeit durch das lange Arbeitsverbot wirtschaftlich echt hart. Aber ich habe mich aus diesem Loch wieder gut rausziehen können, ich brenne für meinen Beruf und bin ein kreativer Kopf, der sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Auch privat musste ich einige Enttäuschungen verarbeiten. Einige meiner vermeintlichen Freunde in der Heimat haben ihr wahres Gesicht gezeigt, als ich die Fernbeziehung mit Heiko eingegangen bin. Daraus habe ich gelernt, die Menschen verändern sich, Situationen und Lebensbedingungen verändern sich, und ja, ich habe mich auch verändert. (Blickt stolz im Salon umher) Und das ist gut so, es war für mich die richtige Entscheidung.
Liebe zum Tun: Conny ist mit viel Herz bei der Arbeit. Dabei verwöhnt sie ihre Kundinnen und Kunden gerne auch mit einer wohligen Kopfmassage.
Weitere Infos unter: www.hairhood.de
schoen.frau-Steckbrief
Cornelia Probst
Geburtstag: 20.07.1985
Geburtsort: Lautertal
Wohnort: Friseurmeisterin
Ausbildung/Beruf: Friseurmeistering
Gründung des eigenen Unternehmens: 2007
Was macht dich glücklich? Reisen, gutes Essen und Musik
Das Interview führte Christina, die findet, dass Conny #ganz_schön_ schoenfrau ist. Mit kreativen Ideen bewegt sie was – mit Leidenschaft und Liebe zu ihrer Berufung geht sie mutig neue Wege – und das sogar in einer neuen Stadt. Wie schön, dass Conny dabei auch gleich das Engagement von schoen.frau entdeckt hat!