„Wir können das Beste schaffen!“
Die 29-jährige Sandra Nazarenko hat in Lichtenfels ein Fitness-Studio nur für Frauen eröffnet. Damit hat die erfahrene Personal Trainerin einen Wohlfühl-Safe-Space geschaffen, in dem Frauen nicht nur trainieren, sondern sich gegenseitig begegnen und austauschen können. Ob Fitness an Geräten, Reformer-Pilates, Kurse oder Personal Training – bei „EliteHer“ ist jede willkommen, die sich und ihrem Körper etwas Gutes tun möchte. Ganz nach dem Motto: Hole das Elitäre aus dir heraus!
Sandra, ich fühle mich hier in deinen Räumlichkeiten so gut und schön wie in einem kleinen Palast. Wie passt dieses elegante Ambiente zusammen mit Schweiß und Anstrengung?
Das muss sich ja nicht ausschließen (lacht). Man macht doch alles lieber in einer schönen Umgebung. Hier in meinem neuen Studio soll sich jede Frau so richtig wohlfühlen können. Einfach bewusst ankommen können in ihrem geschützten Raum. Ich habe die Einrichtung so gewählt, dass sich jede Frau selbstbewusst und elitär fühlen kann, verschiedene goldfarbene Sprüche an Wänden und Spiegeln erinnern uns daran, wie wertvoll und einzigartig wir sind, und dass wir Tag für Tag stärker werden können. Dabei habe ich einen Fokus auf die Farbe Dunkelrot gesetzt, sie strahlt für mich so viel weibliche Kraft und Transformation aus. Ich wünsche mir, dass die Frauen durch den Sport und das damit verbundene Körperbewusstsein ein neues Selbst entwickeln können (strahlt).
Warum ein Studio nur für Frauen?
Als Personal Trainerin bin ich oft von Frauen angesprochen worden, dass sie sich ein Fitnessstudio nur für Frauen wünschen. Eines, in dem sie sich nicht von Männern beobachtet fühlen. Viele möchten nicht gemeinsam mit Männern trainieren, sie wollen lieber unter sich sein. Ich bin so froh, dass jetzt viele Frauen hierher kommen, die sich zuvor in kein übliches Fitnessstudio getraut haben. Ich glaube, sie können in einem geschützten Raum wie diesem mehr sie selbst sein, sie dürfen gemeinsam wachsen (lächelt). Mir ist neben der Fitness auch die Gemeinschaft ganz wichtig, ich freue mich, wenn sich die Frauen nach oder vor dem Training an der Bar treffen, etwas trinken und ins Gespräch kommen. Kaffee, Tee und Wasser gibt es bei mir gratis, Dienstags sogar einen Matcha-Latte.
„Nach und nach ist der Mut in mir gereift, ein eigenes Studio zu eröffnen“
Du warst vor der Eröffnung deines Studios auch bereits selbstständig, war es dein Traum, so etwas wie hier zu schaffen?
Zunächst gar nicht, ich wollte eigentlich nie selbstständig sein, ich bin da reingerutscht. Während meines Fitness-Ökonomie-Studiums bin ich immer wieder darauf angesprochen worden, wie ich denn selbst trainiere, wie ich mich ernähre, was ich für meinen gesunden Lifestyle tue. Ich merkte also, wie groß die Nachfrage nach Coaching in diesem Bereich ist. Und da ich gerne ein bisschen Geld nebenher verdienen wollte, machte ich mich selbstständig als Personal Trainerin. Mit dieser Arbeit war ich schnell so erfolgreich, dass ich umsatzsteuerpflichtig wurde und mein Steuerberater mir schließlich riet zu investieren (schmunzelt). Nach und nach ist dann doch die Idee und vor allem der Mut in mir gereift, ein Studio aufzumachen, zumal mich viele Frauen immer wieder darin bestärkten, was ganz Eigenes zu schaffen.
Immer gut betreut: Die Frauen werden an den zahlreichen Geräten individuell angeleitet
Darf ich fragen, wie du diese Investition als junge Frau finanziert hast?
Ich bin ein sehr sicherheitsliebender Mensch und habe immer schon viel gespart. Es war mir über die Jahre wichtiger, mein Geld zurückzulegen, als mir selbst etwas zu gönnen. Vor allem in den letzten beiden Jahren habe ich sehr viel und hart gearbeitet, um mir dieses Studio hier ermöglichen zu können. Ich habe einen für mich passenden Kredit aufgenommen, somit musste ich auch keines der hochwertigen Fitness-Geräte leasen, ich habe sie alle selbst kaufen können (blickt dankbar umher). Ich durfte in diesem Prozess der Entstehung lernen, mich als junge Frau zu behaupten. Es gab viele Herausforderungen, die ich – gerade auch im geschäftlichen Kontext mit Männern – gemeistert habe, und die mich noch selbstbewusster gemacht haben.
Ein eigenes Traumreich geschaffen: in Sandras EliteHer-Fitness-Studio soll sich jede Frau einzigartig und besonders fühlen
Welche Angebote gibt es in deinem Fitness-Studio?
Ich fange mal mit dem Personal Training durch mich selbst an, das bedeutet ein individuell betreutes Anleiten hier im Studio, ein ebenso individuell erstellter begleitender Ernährungsplan und eine Betreuung über Whats app. Dann gibt es die Möglichkeit, wie in jedem anderen Fitnessstudio auch, das Trainieren an den Geräten zu buchen. Zusätzlich oder auch losgelöst buchbar davon gibt es angeleitete Gruppenstunden in Reformer Pilates, was gerade sehr gut angenommen wird, weil es den ganzen Körper sanft modelliert. Und verschiedene Gruppenstunden zu allen Bereichen rund um Fitness für Frauen habe ich natürlich auch im Angebot. Welche Abo-Modelle und Möglichkeiten es genau gibt, das kann man gut sehen, wenn man in meiner Insta-Bio auf den dortigen Link klickt.
Wieviel Trainerinnen arbeiten bei dir?
Aktuell arbeiten wir hier zu zehnt im Studio, eine festangestellte Trainerin, die anderen auf Minijob-Basis. Und es versteht sich von selbst, dass hier nur Frauen arbeiten. Mein Personal Training biete ich seit Kurzem auch nicht mehr für Männer an, das würde sich einfach nicht mehr mit der Philosophie des Studios vertragen, denn ich arbeite ja jetzt nur noch hier vor Ort, nicht mehr in der Physiotherapiepraxis, in der ich zuvor eingemietet war.
Wie bist du auf den Namen „EliteHer“ gekommen?
Ich möchte aus jeder Frau das Elitäre herausholen, ich wünsche mir, dass sie sich hier ganz elitär fühlen dürfen. Ich habe das Wort Elite nicht im Sinne von abgehoben gewählt, sondern aus diesem Gefühl der Einzigartigkeit heraus. Wir können das Beste schaffen! Wer zu mir kommt, soll diese Zeit als persönliche elitäre Auszeit des Tages ansehen können, als wertvolle Me-Time in einem eleganten Ambiente. Ich lege großen Wert auf Sauberkeit und Service, auch auf einen guten Duft. Ich habe extra einen zarten Raumduft-Diffuser einer hochwertigen Marke in einer Wand am Eingang einbauen lassen. Ich habe viel Wert auf die Details gelegt, und eines ist mir ganz besonders wichtig, die Theke… Siehst du diese samtvorhangähnliche Verkleidung? Sie ist aus Holz gefertigt…
Treffpunkt mit Herz: An der Theke gibt es Getränke und gute Gespräche
Die Theke sieht toll aus!
Ja, mein Vater hat sie gemacht, er hat dafür ein Händchen (lächelt). Diese Theke ist ein Herzstück des Raumes, hier sollen die Frauen zusammenkommen und sich in einer wertschätzenden Community so richtig gut fühlen. Ich kann das bereits jetzt beobachten…
Was meinst du damit?
Die Frauen, die regelmäßig trainieren, bekommen ein anderes Körpergefühl. Sie treten selbstsicherer auf, sie tragen plötzlich Kleider, sie fühlen sich offensichtlich wohl in ihrem Körper. Das ist so viel wert, wenn das gelingt. Und seit der Eröffnung vor wenigen Wochen ist da schon viel passiert, ich sehe so viele glückliche Gesichter, so viel Lachen. Ich bin dankbar und stolz, die Frauen auf ihrem Weg zu begleiten.
Gemeinsam wachsen und Spaß haben: Für die Community-Wand nimmt Sandra ein neues Foto auf
Die Gemeinschaft unter Frauen ist dir sehr wichtig, das hast du eingangs angesprochen. Ist dieser Zusammenhalt in einem reinen Frauenstudio größer?
Ich glaube ja, doch, ich bin mir sogar sicher, dass das so ist. Wenn Männer mit dabei sind, ist eine andere Energie im Raum. Das kann ganz wunderbar sein, aber ich habe für mich entschieden, diesen Weg hier zu gehen, weil die Nachfrage danach hoch war. Frauen wollen auch mal unter sich sein, nicht den Blicken von Männern ausgesetzt. Gemeinsam trainieren, sich gegenseitig bestärken im Vorankommen und Durchhalten, das ist etwas ganz Besonderes, das kann viel Gutes bewirken, mehr Selbstsicherheit, mehr Körperbewusstsein…
Du hast eine sehr sportliche Figur, bist eine zierliche Frau, warst du immer happy mit deinem Körper?
Leider nein. So gut und sicher wie heute habe ich mich in Teenagerjahren nicht gefühlt. Ich war sehr dünn, wobei ich nicht magersüchtig war, das ist mir wichtig zu sagen. Aber ich war einfach eine zarte Person. Viele haben mich damals aufgezogen, zum Beispiel Spargeltarzan genannt, das hat weh getan. Ich habe im Winter manchmal drei Strumpfhosen übereinander angezogen, nur um weniger dünn zu wirken. Ich weiß also, wie das ist, den eigenen Körper nicht hundertprozentig annehmen zu können. Heute bin ich total happy mit allem an mir, und genau das möchte ich weitergeben an die Frauen, das ist es, was ich in meinem Coaching als Personal Trainerin lehre. Ein individuelles Sport- und Ernährungsprogramm ist die beste Investition in dich überhaupt (lächelt).
Happy mit dem eigenen Körper: Sandra verhilft Frauen dazu, sich mit der richtigen Ernährung und einem individuellen Training für Körper und Mindset rundum wohl zu fühlen
War Sport schon immer dein Ding?
Ehrlich gesagt nicht. In der Schule hat mir das überhaupt keinen Spaß gemacht, ich war ein richtiger Sportmuffel, vor allem der Ballsport war nicht meins. Mein Interesse für Sport hat erst begonnen, als ich nach dem Fachabi drei Jahre in Australien gelebt habe. Dort habe ich den Zugang zum Training gefunden, ich habe mich vom gesunden Lebensstil dort anstecken lassen. Ich habe weit weg von zu Hause dann meine erste Trainerlizenz erworben und mich stetig auf diesem Gebiet weitergebildet. Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich glaube ich noch länger auf diesem schönen Kontinent geblieben, aber nach drei Jahren haben meine Eltern gedrängt, ich solle doch jetzt endlich mal was lernen (lacht). Und so kam ich zurück nach Michelau, da bin ich aufgewachsen, und habe dann schließlich im Fernstudium Fitnessökonomie studiert.
Und dann hast du dich während des Studiums schon selbstständig gemacht?
Ja, weil mein Nebenjob mit dem Personal Training so gut angenommen wurde. Ich bin aber leider noch nicht ganz fertig mit dem Studium, ich habe zwar alle Prüfungen abgelegt, aber meine Bachelor-Arbeit noch nicht geschrieben. Das will ich aber auf jeden Fall noch machen, nur kam mir einfach der berufliche Erfolg zuvor (schmunzelt).
Diese Räumlichkeiten hier, das Ambiente, das ist wirklich besonders. Hast du lange gebraucht, bis es so hübsch aussah?
Das ging erstaunlich schnell. Im Dezember habe ich den Mietvertrag unterschrieben, im Januar haben wir mit den Umbauarbeiten begonnen, und Ende April konnte ich schon eröffnen. Ich habe das hier schnell durchziehen wollen, habe alle Aufträge an Firmen vergeben, damit es auch wirklich professionell ist. Es sah vorher hier ganz anders aus, ich habe Wände einziehen lassen und eine Raumgestalterin für den Eingangsbereich zur Hilfe genommen. Den Rest allerdings habe ich selbst gestaltet und geplant, das hat gut geklappt. Ich hatte genaue Vorstellungen, ich bin da sehr klar und eifrig rangegangen. Ich habe meinem Studio ein ganz besonderes Flair verpassen wollen, mit motivierenden Sprüchen und ganz viel schönen Details.
„Ich selbst bin noch ganz überwältigt von allem“
Du bist dein eigenes Ziel: Sandra ist für ihre Vision losgegangen.
Liebevolle Details: Goldene Schriftzüge und dekorative Accessoires verleihen Sandras Studio ein besonderes Ambiente
Dein Vater, der die Theke gestaltet hat, hat er dann auch noch mehr hier gemacht?
Nein, er ist eigentlich Pizzabäcker (lacht). Aber wie gesagt, er kann das ganz gut, doch mein Wunsch war es, dass er nur das Herzstück des Raumes gestaltet, und das ist ihm so wunderbar gelungen.
Sind deine Eltern denn heute zufrieden mit deiner Berufswahl?
Oh ja, sie sind so stolz auf mich. Sie hätten nie gedacht, dass ich so was Großes alleine auf die Beine stelle. Und ich selbst bin auch noch ganz überwältigt von allem, gerade von der großen Begeisterung und vom Zuspruch bei der Eröffnung und jedem einzelnen Tag seither (lächelt glücklich). Meine Mutter trainiert übrigens auch bei mir im Studio, sie ist Teil meiner großen EliteHer-Community. Du siehst, bei mir fühlen sich Frauen unterschiedlichen Alters wohl. Jede findet hier ihren Trainingsrhythmus und genau das, was sie erfüllt. Es ist ein Safe Space mit Herz und Power.
Fröhliches Ankommen: Ein vertrautes Miteinander und ein ehrlicher und persönlicher Austausch sind für Sandra sehr wichtig
Safe Space, zu diesem Stichwort habe ich abschließend noch eine Frage: Man kommt hier nur mit Gesichtserkennung in dein Studio hinein, das ist mir am Eingang aufgefallen…
Ja, das habe ich bewusst so gewählt, nur, wer im Studio angemeldet ist, hat Zutritt. Diesen Sicherheitsservice möchte ich bieten. Das ist für uns alle ein gutes Gefühl.
Weitere Infos:
@womensstudio.eliteher
schoen.frau-Steckbrief
Sandra Nazarenko
Geburtstag: 12.01.1970
Wohnort: Ebersdorf
Ausbildung/Beruf: Friseurin und Fachkauffrau für Marketing/Inhaberin von Betreuungsdienstleistner
Gründung des eigenen Unternehmens: 01.11.2016
Was macht dich glücklich? Mich macht es glücklich, Ideen umzusetzen, Menschen zu vernetzen und Lösungen zu schaffen, die das Leben leichter machen. Echte Begegnungen und Gespräche, in denen Vertrauen entsteht, sowie die kleinen Momente im Alltag, in der Natur oder mit Menschen, die mir wichtig sind.
Das Interview führte Christina, die beim Interview mit Sandra in den Räumlichkeiten von EliteHer eine ganz besondere Energie gespürt hat. Wer weiß, vielleicht wird auch Christina demnächst dort mal an den Geräten anzutreffen sein…
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